Treffpunkt - Geld

Reich wird man nicht durch das, was man
verdient, sondern durch das, was man nicht
ausgibt!

 


 

Zertifikate - So funktionieren sie!

21. Februar 2010

Vor einigen Jahren galten sie noch als unbedeutende Exoten am Produkthorizont für die private Geldanlage. Doch spätestens seit den Wirren der Finanzkrise sind Zertifikate in den Fokus der Medien, aber vor allem auch der vielen Sparer gerückt. Waren sie vor der Finanzkrise noch der Renner in puncto Geldanlage, werden sie jetzt sehr viel kritischer beurteilt. Erschreckend ist allerdings, dass die Mehrzahl der Privateanleger gar nicht wissen, wie Zertifikate eigentlich funktionieren. Treffpunkt Geld zeigt die Grundlagen dieser Form der Geldanlage.

geldanlage zertifikateIn Deutschland sind Zertifikate eine relativ junge Form der Geldanlage und wurden im Jahr 1990 zum ersten Mal an der Börse gehandelt. Die Anfänge waren ziemlich unspektakulär, ja eher bescheiden. Die Dresdner Bank bot damals ihren Kunden einen so genannten „Partizipationsschein“ auf den DAX- Index an. Das Motiv dafür: Es ist kein Geheimnis, dass Investoren ihre Geldanlage langfristig sehr erfolgreich und vor allem einfach betreiben können, wenn sie sich an einem öffentlich publizierten Aktienindex orientieren. Doch leider ist der Index kein Wertpapier, das man kaufen und verkaufen kann. Natürlich ist es möglich, dass man in einem Depot einen Index (z.B. den DAX®) explizit nachbildet, in dem man die in diesem enthaltenen Aktien in der entsprechenden Gewichtung kauft. Das funktioniert bei großen Vermögen ohne Probleme. Aber auch nur dort!

Privatanleger mit normalerweise begrenzten Mitteln für die Geldanlage haben keine Möglichkeit, auf diese Weise den Index nachzubilden. Damit man also beispielsweise den DAX® „kaufen“ kann, musste ein derivatives (derivativ = abgeleitet) Instrument „erfunden“ werden, dessen Wertentwicklung genau den Verlauf des Index abbildet. So entstanden eben diese Partizipationsscheine, die man heute als Zertifikate bezeichnet

Spekulantion auch für kleinereres Geld.

Diese Lösung ist einfach und genial! Ein Emittent begibt eine Schuldverschreibung und versieht diese mit entsprechenden Rückzahlungsmodalitäten am Ende einer festgelegten Laufzeit. Bei einem so genannten Index-Zertifikates verpflichtet sich der Herausgeber (Emittent) beispielsweise, pro Papier einen dem zugrunde liegenden Index entsprechenden Geldbetrag unter Berücksichtigung eines bestimmten Bezugsverhältnisses an den Käufer des Papiers auszuzahlen. Zertifikate bieten dem Anleger damit die Möglichkeit, bei seiner Geldanlage auch an der Kursentwicklung des den jeweiligen Papieren zugrunde liegenden Basiswerten zu partizipieren.

Zertifikate sind rechtlich gesehen keine Sachwertanlagen, sondern verbriefen Verbindlichkeiten eines Emittenten. Ein Zertifikat ist damit also ein Wertpapier in der Rechtsform einer Schuldverschreibung bzw. Anleihe. Es zählt zu den Derivaten und den strukturierten Finanzprodukten und werden im Gegensatz zu Fonds direkt vertrieben. Sie ermöglichen dem Käufer, an der Entwicklung eines Basiswertes (auch „Underlying" genannt)zu partizipieren. So realisiert etwa der Käufer am Beispiel eines Index-Zertifikats auf Basis des Deutschen Aktienindex DAX® dessen Wertentwicklung, ohne in das entsprechende Aktienportfolio direkt investieren zu müssen. Im Vergleich zu einem solchen Direkt-Investment ist der Investitionsbedarf für das entsprechende Zertifikat aber sehr gering.

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