Reich wird man nicht durch das, was man
verdient, sondern durch das, was man nicht
ausgibt!
28. Februar 2010
Der deutsche Finanzmarkt steht derzeit ganz im Zeichen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise. Mit einem Indexwert von 51 auf einer Skala von 0 bis 100 ist das derzeitige Finanzklima in den deutschen Haushalten eher moderat und konservativ ausgeprägt. Dies ist das Ergebnis des Finanzklimaindex der GfK Nürnberg vom 12. Oktober 2009.
Deutsche Verbraucher überdenken derzeit ihr persönliches Sparverhalten. Immerhin halten 65 Prozent aller Befragten das Sparen auch in der derzeitigen Situation für sinnvoll. Insgesamt wollen laut der GfK-Studie, für die erstmals im September 2009 in 2.000 repräsentativ durchgeführten Interviews Finanzentscheider in deutschen Haushalten befragt wurden, 52 Prozent in den nächsten sechs Monaten geaussoviel sparen wie bisher. 16 Prozent haben planen sogar, ihre Sparleistung in einzelnen Produktfeldern sogar zu erhöhen.
Allerdings wird jeder Dritte Deutsche (32 Prozent) in Zukunft weniger Geld zurücklegen. Viele Konsumenten ziehen es vor, in "konkrete Anschaffungen" zu investieren, als Geld auf die hohe Kante zu legen. Dieser Effekt wird laut Umfrage sowohl durch das aktuell niedrige Zinsniveau und das fehlende Vertrauen an den Finanzmärkten, als auch durch die vom Handel angebotenen Rabatte gefördert.
Die Veränderung des Sparverhaltens entwickelt sich über alle von der Studie betrachteten Bevölkerungsschichten hinweg ähnlich, lediglich das Niveau ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Während etwas jeder Dritte in der Einkommensklasse bis 1.500 Euro pro Monat im nächsten halben Jahr weniger sparen will oder kann, ist es in der Einkommensschicht von 4.000 Euro und mehr nur noch jeder Fünfte.
Das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld hat zu einer spürbaren Zurückhaltung der Bankkunden beim Abschluss neuer Finanzprodukte beigetragen. Trotz der aktuell niedrigen Zinsen bleibt aber das Tagesgeld für über die Hälfte der Befragten die beliebteste Geldanlage. Ebenso viele Deutsche halten Wohneigentum für eine lohnenswerte Alternative. Als vergleichsweise uninteressant gelten vor dem Hintergrund der Finanzkrise Aktien, Investmentfonds und fondsgebundene Lebensversicherungen.
Wie attraktiv einzelne Produktgruppen der Geldanlage sind, zeigt sich auch daran, wie die Haushalte in den nächsten Monaten ihre Anlagen umschichten wollen. Hier steht vor allem die Form der kurzfristigen und sicheren Geldanlage im Fokus. Mehr als ein Drittel plant, auf einem Tagesgeldkonto Geld "zu parken". Auch das Bausparen ist bedingt durch seinen sicheren Charakter weiterhin eine realtiv beliebte Geldanlage. Jeder fünfte Befragte kann sich vorstellen, sein Geld in einen Bausparvertrag zu investieren. Überraschend ist mit 18 Prozent aller Befragten die Anzahl derer, die ihr Geld am liebsten zu Hause im "Sparstrumpf". Dieses Phänomen ist auf die derzeit sehr stark ausgeprägte Angst vor einem Verlust zurückzuführen, was besonders bei älteren Menschen stark ausgeprägt ist. Dazu kommt, dass es derzeit wenig attraktive Produktangebote, gerade für die kurzfristige Geldanlage gibt. Desweiteren ist die Bereitschaft, sich in unsicheren Zeiten langfristig an Vorsorge- und Geldanlage Produkte zu binden, sehr gering.
Während jüngere und weniger einkommenstarke Haushalte eher auf eine sichere Geldanlage fokussiert sind, ist derzeit nur die kleine Zielgruppe der hohen Einkommensbezieher und vermögenden Privatkunden bereit, wieder mehr Aktien und Investmentfonds als Geldanlage zu nutzen. Insegsamt zeigt sich der GfK-Finanzklimaindex im Oktober 2009 mit einem Wert von 51 Punkten auf einem eher verhaltenen Niveau. Wesentliche neue Impulse für den Finanzmarkt sind nach der Gfk-Studie nicht zu erwarten, do dass die Sparquote voraussichtlich noch weiter sinken wird.
Copyright © by Zartbitter AfK